So hilft der Staat beim Immobilienkauf

von Michael Giglhuber (Kommentare: 0)

Die Förderung des Wohnungsbaus ist derzeit in aller Munde. Die entscheidende Frage ist: ,,Welche Fördermittel gibt es und bekomme ich überhaupt eine Unterstützung?“. Lesen Sie hier, welche Fördermöglichkeiten es derzeit gibt und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, um in den Genuss der Mittel zu kommen. Zu beachten ist, dass Fördermittel nach sozialer Dringlichkeit vergeben werden, der Einzelfallprüfung unterliegen und nur in begrenztem Umfang und befristet verfügbar sind.

1. Staatliches Baudarlehen vom Freistaat Bayern

Das vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellte Darlehen dient zur Förderung junger Familien beim Erwerb von Immobilieneigentum. Gefördert wird der Neubau, der Erwerb von Bestandsobjekten und der Ausbau von vorhandenem Wohneigentum.

Die Beantragung erfolgt über die zuständige Kommune der künftigen Wohnadresse. Für die Vergabe ist das Einhalten von Einkommensgrenzen, der Einsatz von mindestens 15 % Eigenkapital der förderfähigen Gesamtkosten, die Tragbarkeit der Darlehensverpflichtung, die Objektgröße, der Objektwert und die Anzahl der Familienmitglieder maßgeblich.
Werden die Voraussetzungen erfüllt, legt die Kommune die Höhe des förderfähigen Darlehens fest. Familien mit Kindern erhalten je Kind einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro, der auf das erforderliche Eigenkapital angerechnet werden kann.

Das Darlehen wird derzeit in den ersten 15 Jahren mit 0,5 % verzinst und in der Regel mit 1 % getilgt. Die Absicherung erfolgt durch eine Grundschuld im Nachrang zum Bankdarlehen.

Fazit:
Durch die geringe monatliche Darlehensrate sind gerade junge Familien mit meist nur einem Haushaltseinkommen
mit höherer Wahrscheinlichkeit in der Lage, sich ihre Wunschimmobilie zu leisten und langfristig eine planbare und tragbare Verpflichtung gesichert und ohne großes Risiko einzugehen.

2. Zinsverbilligungsprogramm vom Freistaat Bayern

Dieses Darlehen wird ebenfalls über die Kommune beantragt. Es kann in Verbindung mit dem staatlichen Baudarlehen, aber auch allein beantragt werden (beispielsweise, wenn bereits Immobilienvermögen vorhanden ist oder bei Überschreiten von
bestimmten Einkommensgrenzen). In diesem Fall sind allerdings 20 % der förderfähigen Gesamtkosten an Eigenkapital aufzubringen.
Die Bewilligungsvoraussetzungen sind an die Bedingungen des staatlichen Darlehens angelehnt. Der Zins des Darlehens kann auf 10 und 15 Jahre mit 1 % Tilgung oder auf 30 Jahre als Volltilgerdarlehen festgeschrieben werden. Die Absicherung erfolgt ebenfalls im Nachrang zum Bankdarlehen.

Fazit:
Diese Darlehensvariante mit niedriger Tilgung ist eine sinnvolle Ergänzung zum staatlichen Baudarlehen.

3. Baukindergeld vom Bund

Die aktuell bekannteste Förderung ist das Baukindergeld vom Bund. Je Kind erhält man einen jährlichen Zuschuss von 1.200 Euro auf zehn Jahre begrenzt. Voraussetzung für die Förderung ist das Kaufdatum bzw. die Baugenehmigung beim Hausbau, die nach dem 1. Januar 2018 liegen muss. Die Kinder dürfen zum Einzugsdatum das 18. Lebensjahr nicht vollendet haben und es darf zu diesem Zeitpunkt kein Wohneigentum vorhanden sein. Der Zuschuss muss innerhalb von drei Monaten nach Bezug beantragt werden. Das zu versteuernde Einkommen des vor- und vorvorletzten Jahres mit einem Kind darf in Summe nicht höher als 90.000 Euro sein. Die Einkommensgrenze erhöht sich mit jedem weiteren Kind um 15.000 Euro. Der Antrag kann online über das KfW-Zuschussportal unter Vorlage der Meldebescheinigung sowie der Steuerbescheide des vor- und vorvorletzten Jahres gestellt werden.

4. Baukindergeld Plus vom Freistaat Bayern

Der Freistaat Bayern gewährt zusätzlich ein Baukindergeld Plus mit 300 Euro jährlich je Kind über zehn Jahre hinweg. Das Baukindergeld Plus wird nur bewilligt, wenn der Antragsteller das Baukindergeld vom Bund erhalten hat. Der Antragsteller muss mindestens ein Jahr seinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthaltsort in Bayern haben oder dort mindestens ein Jahr dauerhaft erwerbstätig sein. Den Antrag auf Baukindergeld Plus stellt man bei der BayernLabo.

Fazit:
Das Baukindergeld sowie das Baukindergeld Plus werden bei der Finanzierung und den Förderdarlehen nicht als
Eigenkapital angesehen, da die Mittel nicht in einer Summe sofort zur Verfügung stehen.

Die Zuschüsse können als Sondertilgung zur rascheren Entschuldung eingesetzt oder mit einem Ansparprogramm zur Zinsabsicherung der Darlehensrestschuld zum Zinsbindungsende verwendet werden.

5. Eigenheimzulage vom Freistaat Bayern

Der Antragsteller erhält 10.000 Euro Zuschuss für den Erwerb einer eigengenutzten Immobilie. Der Zuschuss wird nach Bezug gezahlt. Der Antrag ist innerhalb von sechs Monaten nach Bezug zu stellen. Voraussetzung für die Bewilligung ist, wie beim Baukindergeld Plus, dass der Antragsteller seit mindestens einem Jahr seinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern hat oder mindestens ein Jahr dauerhaft dort erwerbstätig ist.

Mit verschiedenen Förderprogrammen und Zuschüssen werden Immobilienkäufer vielfältig unterstützt. Verschenken Sie daher kein Geld und prüfen Sie bei Ihrer Finanzierung, welche Möglichkeiten der Förderung Sie beanspruchen können.

Die Förder- und Baufinanzierungsexperten von baugeld & mehr Finanzvermittlung GmbH beraten seit knapp 20 Jahren Familien bei der Immobilienfinanzierung und unterstützen bei der Beantragung der öffentlichen Fördermittel.

Fazit:
Der Zuschuss wird ebenfalls wegen späterer Auszahlung (bei Bezug) nicht als Eigenkapital betrachtet.

Die Angaben zu den Förderungen sind freibleibend und ohne
Gewähr. Änderungen vorbehalten. Stand 17. 10. 2018.

Text: Baugeld & mehr Finanzvermittlung GmbH
Illustration: smic! Events & Marketing GmbH

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