So geht Heizen und Lüften RICHTIG!

von Michael Giglhuber (Kommentare: 0)

Wer jetzt denkt, dass die kalte Jahreszeit schon vorbei ist, der täuscht sich. In den letzten Jahren hat sich der Winter immer weiter nach hinten verschoben, wodurch sich die Heizperiode verlängert. Die Tipps für richtiges Heizen und Lüften gelten allemal, natürlich auch im nächsten Winter.

Jeder spricht beim Thema „Heizen und Lüften“ von Heizkostenersparnis. Nur selten denkt man zugleich an die Gesundheit. Der Luftqualität in Innenräumen wird heutzutage viel zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei verbringt der Mensch mindestens zwei Drittel seiner Lebenszeit in Innenräumen. Die Raumluft spielt daher eine ganz wesentliche Rolle für unsere Gesundheit. Staub, Zigarettenrauch, Bakterien, Gerüche – all dies beeinträchtigt die Qualität der Luft entscheidend.

Da schafft nur regelmäßiges Heizen und Lüften Abhilfe. Sonst können Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Müdigkeit auftreten. Aber auch Reizungen des Atmungstrakts und der Augen sind die Regel, von Allergien ganz zu schweigen. Das alles muss nicht sein.

Regel 1: Das A und O ist die Raumtemperatur. Da unterscheidet man zwischen den einzelnen Räumen im Haus oder der Wohnung. Im Wohnbereich sind etwa 20 bis 22 Grad angebracht, während in der Küche gewöhnlich 18 Grad und im Schlafbereich 17 bis 18 Grad ausreichend sind. Vergessen Sie bitte die veraltete Einstellung, dass das Schlafzimmer ein Eisschrank sein muss. Schimmelbildung wird durch niedrigere Temperaturen gefördert. Im Bad darf es ruhig etwas wärmer sein, um die 22 Grad. Weiter als vier bis fünf Grad sollten Sie nachts die Heizung in den Wohnräumen nicht absenken und schon gar nicht abdrehen, denn die Wiedererwärmung kostet Energie. Kalte Außenwände sind außerdem nicht unbedingt gesundheitsfördernd.

Regel 2: Die Heizkörper müssen frei sein. Vorhänge, Heizkörperverkleidungen oder Möbel vor den Heizkörpern mindern die Wärmeabstrahlung in den Raum. Dadurch wird die Heizung automatisch höher gedreht und verbraucht mehr Energie. Auch die Ventile dürfen nicht verdeckt werden.

Regel 3: In der Heizperiode wird die Luftfeuchtigkeit in den einzelnen Räumen beeinflusst. Deshalb ist es unbedingt notwendig, eine ausgewogene Luftfeuchtigkeit herzustellen, die sich bei 60 Prozent einpendeln sollte. Höhere Feuchtigkeit löst wiederum Schimmelbildung aus und schadet gleichermaßen der Gesundheit.

Eine Faustregel,
die meistens Kopfschütteln auslöst:
Je kühler die Zimmertemperatur,
desto öfter muss man lüften!
So erreichen Sie eine gute
Luft- und Lebensqualität.

Regel 4: Die am meisten diskutierte Maßnahme in der kälteren Jahreszeit ist das Lüften. Jeder Hausbesitzer oder Wohnungsinhaber ist da Spezialist und hat seine eigenen Methoden. Beim Lüften ist darauf zu achten, dass immer ein kompletter Luftaustausch stattfindet. Im Sommer, wenn die Heizung abgeschaltet ist, ist das kein Problem.

Regel 5: Am besten ist es, wenn man täglich mehrmals für drei bis fünf Minuten die Fenster auf Durchzug stellt. Sobald die Raumluft kalt ist, werden die Fenster wieder geschlossen. Die warme, feuchte Raumluft wird durch kalte, trockene Außenluft ersetzt; die Möbel und Wände kühlen dabei nicht aus. Wenn man tagsüber nicht zu Hause ist, dann genügt es, wenn man morgens und abends stoßlüftet.

Bei innenliegenden Bädern ohne Fenster sollte man nach Benutzen des Bades auf dem kürzesten Weg durch ein anderes Zimmer lüften und dabei alle anderen Türen geschlossen halten. Und noch ein Tipp für neue Isolierglasfenster: Mehr lüften als früher – der Energieverbrauch ist immer noch geringer als sonst.

Regel 6: Halten Sie die Tür zum Schlafzimmer möglichst immer geschlossen, damit nicht warme und feuchte Luft aus dem Bad und der Küche in das kältere Schlafzimmer kommen kann und dabei an den Außenwänden kondensiert. Gerade hinter Möbelstücken bildet sich dann häufig Schimmel. Ist die Wandoberfläche über fünf Grad kälter als die Innenraumtemperatur, kann bei hoher Raumluftfeuchte bereits der die Gesundheit beeinträchtigende Schimmel entstehen.
Messen Sie die Temperatur an verschiedenen Stellen im Raum. Insbesondere hinter hohen Möbeln und an die Wand gerückten Sitzgarnituren, ist die Raumtemperatur besonders niedrig. Daher sollten Möbel prinzipiell einen Mindestabstand von fünf bis zehn Zentimeter zur Wand haben.

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